Vineta – der Film

„Vineta“ ist ein deutscher Spielfilm, der erstmals im Juli 2006 auf den Filmfestspielen in München vorgestellt wurde. Regie führte die bis dahin von Kurzfilmen bekannte Regisseurin Franziska Stünkel. Die Kinopremiere fand jedoch erst zwei Jahre später, also 2008, statt. Das Sozialdrama mit einigen Thriller-Einlagen leitet sich von dem Bühnenstück „Republik Vineta“ von Moritz Rinke ab. Für den Film konnten zahlreiche deutsche Schauspieler der ersten Riege gewonnen werden, darunter Peter Lohmeyer.

Der Stararchitekt Färber liebt seinen Job, nicht aber die daraus erwachsenden gesellschaftlichen Verpflichtungen

Sebastian Färber (Peter Lohmeyer) ist ein wahrer Workaholic, der am liebsten nur seiner Arbeit nachgeht. Aufgrund seines hohen Arbeitspensums in Verbindung mit seinen Visionen vom modernen Leben ist er als Architekt längst zu einem Star in seiner Zunft auserkoren worden. Doch dem herzkranken Lohmeyer liegen die damit verbundenen Preisverleihungen überhaupt nicht. Stattdessen würde er viel lieber weiterarbeiten, ohne dass es zu großer medialer Aufmerksamkeit kommt. Doch genau diese Popularität ist es, die ihn bewegt, sein aktuelles Projekt, ein zukunftsweisendes Altersheim, erst einmal auf Eis zu legen. Ein gewisser Dr. Leonhard (Ulrich Matthes) hat ihn zu einem außergewönhlichen Meeting auf eine abseits gelegene Insel eingeladen. Dr. Leonhard schwebt die Errichtung einer Stadt auf der Insel vor, die dabei höchste Sicherheitsstandards mit den Attributen modernen Lebens vereint. Allerdings kommt Sebastian Färber sein Auftraggeber samt seiner Assistentin Nina Seiler (Susanne Wolff) etwas seltsam vor.

Das Annehmen eines geheimnisvollen Auftrag wird zu einem noch größeren Mysterium

Darüber hinaus ist er in keinster Weise davon erbaut, dass ausgerechnet sein heftigster Konkurrent, der Architekt Born (Justus von Dohnanyi), an dem Projekt teilnimmt. So prallen die beiden erfolgsverwöhnten Architekten nicht nur einmal verbal aneinander, wenn es um die Umsetzung und die dahinterliegenden sozialen Aspekte dafür geht. Doch schnell sind diese Differenzen vergessen, als die Teilnehmer herausfinden, dass ihre Räumlichkeiten mit Kameras versehen sind und noch weitere Ungereimtheiten zutage treten. Als ob das zusammen mit dem seltsamen Verhalten von Dr. Leonhard noch nicht genug wäre, ereignet sich ein noch wesentlich dramatischer erscheinender Zwischenfall: der für die Finanzen verantwortliche Experte Montag (Matthias Brandt) will von der Insel fliehen und kommt dabei unter tragischen Umständen ums Leben. Sebastian Färber ist der festen Überzeugung, dass sich hinter der Fassade von Dr. Leonhard mehr verbirgt, als dieser den eingeladenen Gästen gegenüber zu erklären bereit ist.

Vineta – der Film: ein Kinofilm, der auch die aktuellen sozialen Entwicklungen einbezieht

vineta

Peter Lohmeyer, der unter anderem in „Das Wunder von Bern“ zu sehen war, wächst förmlich in seine Rolle als arbeitsbesessener Architekt hinein, aber auch Justus von Dohnanyi (Das Experiment) und die anderen Protagonisten stehen dem in nichts nach. Franziska Dünkel hat ein atmosphärisch dichtes Werk geschaffen, das neben den geheimnisvollen Thriller-Effekten auch auf die neue Entwicklung der Gesellschaftssoziologie Richtung Neoliberalismus eingeht. Die in Göttingen geborene Regisseurin gehört zu den großen Nachwuchstalenten in der Branche. Ihren Studiumsabschluss absolvierte sie als Meisterschülerin, zahlreiche Kurzfilme wurden auf internationalen Filmfestspielen wie in Cannes uraufgeführt und mehrfach ausgezeichnet. „Vineta“ ist ihr Debüt bei Spielfilmen im herkömmlichen Zeitformat. So bildet „Vineta“ ein Stück zeitgenössisches Filmwerk, das nicht nur wegen der hochkarätigen Besetzung in keiner Videosammlung fehlen sollte.